alte Kirche im Unterdorf
Zur Geschichte der Pfarrei und der Kirche II
St. Luzia II in Eschfeld


Vom Alter der Pfarrei Eschfeld zeugt der romanische, grob bearbeitete Taufstein aus granitähnlichem Gestein, der ursprünglich in der alten Kirche im Unterdorf stand, lange Zeit vergraben war und jetzt neben dem Eingang der heutigen Kirche seinen Platz gefunden hat. Es wird erzählt, der hl. Willibrord habe die Eschfelder an diesem Stein getauft. Da Willibrord einige Jahrhunderte früher lebte ( 658 -739 ). ist diese Sage wohl als Hinweis darauf zu verstehen, dass die Christianisierung unseres Raumes und die Errichtung von Pfarreien wesentlich vom Kloster Echternach ausgingen. Zu den Urpfarreien, den so genannten Tautkirchen gehörten Waxweiler und Daleiden. Eschfeld entwickelte sich als Vikarie von Daleiden und wurde im Jahre 1248 selbständige Pfarrei.
Jahrhundertelang, bis zur Französischen Revolution, wurde unsere Pfarrei von Patres aus dem Orden der Trinitarier ( = Orden der heiligsten Dreifaltigkeit vom Loskauf der Gefangenen ) betreut, die ihr Kloster in Vianden hatten. Daran erinnert der Grabstein des P. Egidius Wolter ( 1622 ) an der linken Seite des Kirchenportals. Um die Erinnerung an das Wirken der Trinitarier in Eschfeld wach zu halten, wurde bei der Renovierung der Pfarrkirche im Jahre 2001 ein in Stein gehauenes Trinitarierkreuz im Tympanon des Portals angebracht.
Die erste Pfarrkirche von Eschfeld stand im Unterdorf, dem "alten" Dorfzentrum. Hauptpatronin der "alten" wie auch der "neuen" Kirche ist die hl. Luzia. Aus dem 18. Jahrhundert stammt eine Reliquienmonstranz, in der Reliquien auch der anderen Patrone: Margareta, Stephanus, Ulrich und Rochus aufbewahrt werden. Die heutige Pfarrkirche wurde in den Jahren 1869/ 70 unter Pastor Peter Lichter erbaut. Sein Grab ist auf der linken Seite des Weges zur Kirche zu sehen.
Zur Jahrhundertfeier 1969/70 ließ Pastor Josef Kasel die Kriegsschäden vollends beseitigen. Damals wurde auch der heutige Hochaltar erworben, der bis dahin in der Pfarrkirche zu Bremm an der Mosel gestanden hatte.

Die Kirche, ein einmaliges biblisches Bilderbuch.

Das Herausragende an der Eschfelder Pfarrkirche aber sind die Malereien. Wohl jeder Besucher, der zum erstenmal die Kirche betritt, ist überwältigt von der Fülle der Darstellungen. Pastor Christoph März, der von 1899 bis 1931 Pfarrer von Eschfeld war, hat in 15-jähriger Arbeit ( von 1906 bis 1921 ) die Kirche eigenhändig ausgemalt. Er wollte seinen Pfarrangehörigen in den Szenen aus dem Alten Testament, aus dem neuen Testament und aus der Kirchengeschichte das Heilswirken Gottes vor Augen stellen und wesentliche Glaubensinhalte nahe bringen. Er tat es in einer originären Darstellungsweise, sogar mit hintergründigem Humor, so dass wir sagen können: Seine Malereien sind "Heilsgeschichte im Eschfelder Dialekt. " Beim Ausmalen des Pfarrhauses, das Pastor Christoph März im Jahre 1928 erbauen ließ, stürzte er vom Gerüst und starb an den Folgen der inneren Verletzungen.

Auf dem Sterbebett sagte er: "Legt mir noch einen Pinsel in den Sarg, vielleicht ist auch im Himmel noch etwas zu verschönern. " Diese Anekdote charakterisiert den "Malerpastor von Eschfeld. " Und an der Rückwand der Empore der kath. Pfarrkirche in Wiebelskirchen, die er ebenfalls ausgemalt hat, steigt er, mit dem dem Pinsel in der Hand, am Tag der Auferstehung aus dem Grab. In Eschfeld findet der Besucher sein Grab auf der rechten Seite des Weges zur Kirche. "Katholische Pfarrkirche St. Luzia Eschfeld", so lautet der Titel einer Schrift, die in Wort und Bild viel Interessantes und Bedenkenswertes über die Malereien in der Pfarrkirche enthält. Sie ist in der Kirche ausgelegt und kann für 3,- Euro erworben werden. Führungen sind nach vorheriger Absprache möglich.

Gerne führen wir Sie durch unser schönes Gotteshaus.

Anmeldungen für vormittags: Willi Kneip, Daleiden Tel: 06550/928866

 

Anmeldungen für nachmittags: Marlene Wanken, Eschfeld Tel: 06559/858
   
  Johanna Banz, Eschfeld Tel: 06559/642



weitere Informationen über die Ausmalung unserer Kirche erhalten Sie unter: www.eifelmaler.info

Besondere Erwähnung verdient der Ehrenfriedhof in der Nähe der Pfarrkirche. 99 Soldaten, die im letzten Kriegsjahr 1944/45 im Umkreis von Eschfeld gefallen oder auf dem Verbandsplatz, der in der ehemaligen Schule eingerichtet war, an ihren Verwundungen gestorben sind, haben hier eine würdige Ruhestätte gefunden. Fünfzig Jahre lang hat Herr Martin Pick den Ehrenfriedhof zusammen mit dem Pfarrfriedhof betreut.